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TOG
Quartier Lagot — Wohnen und Arbeiten auf dem ehemaligen Togal Areal

 

Eingeladener Planungswettbewerb (1.Preis)
mit Nowak Landschaftsarchitekten
München 2011–2017
0,5 ha, 11.000 m2 GF
Bauherr Bayerische Hausbau
Realisierung Objektplanung LP1-5
mit Maier Neuberger Projekte (Nachunternehmer LP5)
und Braun Architekten Partnerschaft (Denkmal Alte Villa)
Fotos Quirin Leppert, Gunther Laux

 

Die Situ­ierung direkt zwis­chen den Park­grund­stück­en des Bun­des­fi­nanzhofs und dem Bürg­er­meis­ter­garten bildet die beson­dere Lage­gun­st des Grund­stücks im Münch­en­er Stadt­teil Bogen­hausen. War das Are­al auf­grund sein­er ehe­ma­li­gen Nutzung bis­lang her­metisch und intro­vertiert, bietet sich durch die neue Bebau­ung die Chance zur Neuori­en­tierung und Adress­bil­dung.

 

Die denkmalgeschützte Alte Vil­la wurde von den im Laufe der gewerblichen His­to­rie hinzuge­fügten Anbaut­en befre­it, baulich wieder freigestellt und bildet das Zen­trum des neuen Ensem­bles. Flankiert wird die Alte Vil­la dem städte­baulichen Kon­text fol­gend, von ein­er offe­nen Bebau­ung aus typol­o­gisch unter­schiedlichen, groß­for­mati­gen Stadthäusern, die unterirdisch mit ein­er gemein­samen Tief­garage ver­bun­den sind. 

Ein Stück Stadt: Auf eng­stem Raum entste­ht eine urbane Mis­chung aus geförderten und frei­fi­nanzierten Miet­woh­nun­gen, Eigen­tumswoh­nun­gen und Town­hous­es, einem markan­ten Büro­haus an der stadt­bild­prä­gen­den Ecke Ismaninger- und Tör­ringstrasse, erdgeschos­siger Laden­nutzung am Vor­platz, sowie Gewerbe und lux­u­riösem Wohnen im his­torischen Denkmal. Die typol­o­gis­che
Mis­chung gewährleis­tet ein funk­tion­al und sozial gemis­cht­es Quarti­er für und mit ein­er Vielzahl von Akteuren.

 

Die urbane Dichte wird organ­isiert durch eine Serie unter­schiedlich­er Freiräume: vom grü­nen Gemein­schaft­shof, über pri­vate Gärten und Vorgärten, Fugen und Blick­ach­sen, bis zu Durchgän­gen, Fre­itrep­pen und Entrées. Den hal­böf­fentlichen Vor­platz an der Ismaninger Strasse schmückt der denkmalgeschützte St.-Georgi-Brunnen. Diese dif­feren­zierte Freiraum­ty­polo­gie gewährleis­tet die Pri­vatheit der Bewohn­er und ermöglicht gle­ichzeit­ig die öffentliche Durch­we­gung und Par­tizipa­tion der Stadt­ge­sellschaft an diesem Quarti­er.

  

Die Fas­sade des Zwis­chen­baus the­ma­tisiert die städte­bauliche Fuge zwis­chen den Häusern mit einem bron­ce­far­ben elox­ierten Gewebe. Das Büro­haus beset­zt die Ecke mit ein­er Naturste­in­fas­sade aus heimis­chem Altenbürg­er Kalk­stein. Die Wohn­häuser nehmen Bezug auf den Putzbau der Alten Vil­la, auf deren hor­i­zon­tale Gliederung der Neubau mit Naturstein-Ges­ims­bän­dern aus Kirch­heimer Muschel­ka­lk antwortet. Die Mate­ri­al­wahl und Gestal­tung ist wed­er his­torisierend noch modisch, son­dern in einem nach­halti­gen Sinn har­monisch, dezent und zeit­los. Die Fas­saden machen keinen Unter­schied zwis­chen dem geförderten und frei­fi­nanzierten Woh­nungs­bau und beto­nen bewusst die Gemein­samkeit­en des Ensem­bles.

 

Das Quarti­er Lagot wurde mit dem Ehren­preis für guten Woh­nungs­bau der Lan­deshaupt­stadt München 2018 aus­geze­ich­net.